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Tatort: Eine ruhige Straßenecke am Rande eines Parks; aber auch unter einer Brücke. Es ist Sonntagabend.Glascontainer: (stöhnt tief) Schauen Sie sich das doch an! Es ist wieder Sonntagabend. Eigentlich sollte ich mich auf eine ruhige Nacht freuen, aber stattdessen stehe ich knietief im Müll. Jemand hat direkt vor meine Luke eine alte Mikrowelle und drei Säcke voll mit Hausmüll gestellt. Was soll das? Ich bin für Flaschen da, nicht für Sperrmüll!
Kleidercontainer: (knarrt zustimmend) Oh ja, Kollege, ich fühle mit dir. Bei mir ist es keinen Deut besser. Siehst du den blauen Sack da drüben? Da schaut eine kaputte Bratpfanne raus. Eine Bratpfanne! Welcher Mensch denkt sich denn: "Ach, meine alte Pfanne gehört bestimmt zu den Altkleidern"? Es ist einfach nur noch frustrierend.
Interviewer: Das klingt nach einer echten Belastung. War das schon immer so schlimm oder hat sich das Verhalten der Menschen verändert?
Glascontainer: Es wird von Jahr zu Jahr schlimmer. Früher haben die Leute mal eine Flasche neben mich gestellt~ wenn ich voll war. Das war zwar auch nicht richtig, aber verständlich. Heute ist es pure Faulheit. Die kommen mit dem Auto, sehen, dass mein Einwurf sauber ist, und laden trotzdem ihren halben Wohnungsinhalt neben uns ab. Als wären wir die private Müllkippe der Nachbarschaft.
Kleidercontainer: Absolut. Und das Schlimmste für mich ist der Respektlosigkeit gegenüber den Spenden. Meine Aufgabe ist es, Kleidung für Menschen in Not zu sammeln. Aber wenn die Leute ihre feuchten, dreckigen Lumpen oder - noch schlimmer- Essensreste einfach in meine Klappe stopfen, ruinieren sie die guten Kleider im Inneren. Das ist gedankenlos und traurig.
Interviewer: Was glauben Sie, woran das liegt? Fehlt es den Bürgerinnen und Bürgern an Aufklärung?
Glascontainer: Ach, das Ausrede-Argument zieht nicht mehr. Auf uns steht in drei Sprachen und mit dicken Symbolen gedruckt, was reingehört und was nicht. Die Wertstoffhöfe sind oft kostenlos. Nein, das ist kein Informationsdefizit. Das ist pure Bequemlichkeit. "Nach mir die Sintflut" - das ist das Motto.
Kleidercontainer: Genau. Die Leute wollen ihren Ballast einfach schnell loswerden. Sobald der Müll aus dem eigenen Auto oder der Wohnung ist, ist er aus dem Sinn. Dass die Mitarbeiter des Eigenbetriebs technische Dienste das alles von Hand wegschaffen müssen und die Allgemeinheit dafür bezahlt, wird komplett ausgeblendet.
Interviewer: Wenn Sie den Bürgerinnen und Bürgern direkt etwas sagen könnten, was wäre Ihre Botschaft?
Glascontainer: Nutzt uns so, wie wir gedacht sind! Bringt euer Altglas ohne Deckel und sortiert nach Farben. Und wenn wir mal voll sein sollten -was selten vorkommt-, dann nehmt eure Flaschen bitte wieder mit nach Hause, anstatt sie als Stolperfalle davorzustellen.
Kleidercontainer: Und verwechselt mich nicht mit einer Mülltonne! Spendet nur das, was sauber ist und anderen noch eine Freude macht. Ein bisschen mehr Mitgefühl und Nachdenken vor dem Einwurf würde uns allen helfen.
Interviewer: Ein wichtiges Schlusswort. Vielen Dank für das offene Gespräch und hoffentlich eine baldige Reinigung Ihres Stellplatzes.







